Fazit „Ich sehe was, was Du nicht siehst“

Wir ahnten schon, dass der experimentelle Dokumentarfilm „Forst“ für Kontroversen sorgen würde und so war es dann auch.

Die ca. 50 Zuschauer diskutierten nach der Vorführung angeregt mit Ascan Breuer (Regisseur Forst) und Luc-Carolin Ziemann (Kuratorin film plus*).

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Am Ende des Abends war deutlich geworden, dass „Forst“ das von Ascan Breuer formulierte Ziel, die Zuschauer zu bewegen und in ihnen die Saat des Zweifels zu pflanzen, um sie anzuregen, sich näher sowohl mit der Form als auch mit der Thematik des Films zu beschäftigen, erreicht hat. Die angewendete Methode, einen Film ganz aus der Sicht der Mitglieder von „The Voice“, einer Interessensvertretung  von Flüchtlingen zu machen und sich dabei weit vom klassischen Authentizitätsdogma des Dokumentarfilms zu entfernen, wurde ausführlich und kontrovers diskutiert.

Eine Zuschauerin fasste ihren Eindruck des Films in etwa so zusammen:
„Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich den gleichen Film gesehen habe wie die anderen in diesem Raum. Ich bezweifle eigentlich auch grundsätzlich, dass das überhaupt möglich ist. Denn jeder Zuschauer sieht jeden Film mit einem ganz speziellen Set von Erwartungen und unterschiedlichem Vorwissen. Der Film entsteht im Kopf. In Kopf jedes einzelnen Zuschauers. Ich habe heute abend keinen Film über die Probleme von Flüchtlingen in Deutschland gesehen, sondern einen Film über mich, meine Situation, mein Leben. Diese Angst, diese Klaustrophobie und diese Wut, das ist nichts Fremdes für mich, sondern mir ganz nahe, denn es ist meine eigene Wut.“

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