„Forst“ Film und Diskussion am 18.01.2012, 19 Uhr GfzK

Seit Mitte der 90er Jahre wurden die Möglichkeiten, legal nach Europa einzureisen stark eingeschränkt. Trotzdem kommen Jahr für Jahr viele tausend Menschen nach Europa. Sie überwinden die Grenzen mit Hilfe von Schleppern und Menschenschmugglern, unter menschenunwürdigen, oft lebensgefährlichen Umständen.

Einmal in Europa angekommen, leben viele von Ihnen im Untergrund, aus Angst vor der Abschiebung. Trotz ihrer Unsichtbarkeit sind diese Menschen Teil der Gesellschaft, sie arbeiten hier, bekommen Kinder, leben ihr Leben – und machen Deutschland zu dem, was es ist.

Forst“ von Ascan Breuer, Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad, Österreich 2005, 50 min

von Ascan Breuer, Ursula Hansbauer, Wolfgang Konrad, Österreich 2005, 50 min

Filmstill „Forst“

Forst verstört und lässt tausend Fragen offen. Forst ist ein kein klassischer Dokumentarfilm und in diesem Sinne utopisch: Er dokumentiert einen Kampf an einer verhärteten Front, den Kampf um die Wirklichkeit. Der Blick der Erzähler steht jenem der Zuschauer provozierend, anmaßend und angriffslustig gegenüber…

„[Forst] verweigert sich […] radikal dominanten dokumentarischen Wahrheitspolitiken, die das öffentliche Bild von Migration beherrschen. Das Video lässt sich nicht auf die ambivalente Umdeutung besetzter Metaphern ein, sondern öffnet einen Zugang zur universalen Gültigkeit der Erfahrung von Flüchtlingen…“ (Hito Steyerl)

Mehr Informationen zum Film: http://www.manoafreeunivertity.org/forst/

Im Anschluss an die Vorführung findet eine Diskussion mit dem Filmemacher Ascan Breuer statt.

Der Film entstand in Zusammenarbeit mit „The Voice“ Refugee Forum Jena. Die von Flüchtlingen gegründete Interessensvertretung ruft für den 18.01.2012 zu einer Kundgebung und Demonstration auf, um gegen die massive polizeiliche Brutalität auf der Oury-Jalloh-Gedenkdemo in Dessau am 7.1. 2012 zu protestieren.

Nähere Informationen dazu finden Sie hier.

 

Die Veranstaltungsreihe „film plus*“ wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen.

Leipzig, 18-JAN-12, Galerie für Zeitgenössische Kunst

Karl-Tauchnitz-Straße 9-11, D-04107 Leipzig

Beginn 19:00 Uhr, Eintritt: 3,50 EUR

mit Ascan Breuer, Moderation Luc-Carolin Ziemann

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Was passiert, wenn wir 1 und 1 addieren? Das Fazit

Bis spät in die Nacht wurde beim Gastmahl am 29. November in der Galerie für Zeitgenössische Kunst diskutiert, geschlemmt, gesungen, performt, gelesen und erzählt.

Wie konstruiert sich Identität? Welche Rolle spielt dabei das Fremde und Unbekannte?
Wann sind die Vorraussetzungen gegeben, dass 1 + 1 = 3 ergibt?

Zu der Frage, unter welchen Umständen aus der Begegnung zweier Personen, Gegenstände oder Praxen ein Mehrwert erwächst und welche Vorraussetzungen es dafür braucht, damit die fragile Formel 1 + 1 = 3 aufgeht, hatten alle Gäste einen Beitrag mitgebracht.

Das französisch-deutsche Künstlerpaar Sylvie Boisseau und Frank Westermeyer servierte den Gästen in der Galerie für Zeitgenössische Kunst ein Dinner, das ebenfalls um diese rein rechnerisch unmögliche Gleichung kreiste.

Am Ende eines langen, informationsreichen, manchmal kontroversen aber immer spannenden Abends waren sich die 15 TeilnehmerInnen einig, dass sie eine Menge Denkanstöße mit nach Hause nehmen, die noch lange nachwirken werden.

Für weitere Bilder vom Abend:

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